Gestern Abend schauten wir uns im Internet eine Polarlichter-Prognose an, die war für unsere Lage ganz o.k., aber hätte auch sein können, dass wir gar nichts "abkriegen", - ein bisschen wie die "Chance" ins Zentrum eines Gewitters zu kommen. Ich schaute aus dem Fenster, als es laut Prognose so weit war und meinte ganz enttäuscht zu Markus "Da ist nichts!" Er öffnete die Tür und sagte, "Doch, schau mal!" Und tatsächlich konnte man einen seichten, fast kaum sichtbaren "Nebelstreifen" am Himmel sehen, der ein wenig grünlich schimmerte. Ich war ganz schön enttäuscht, - das sollen also die tollen Polarlichter sein? Ich weiß, man kann Fotos ganz schön nachbearbeiten... und ich musste an Guido, unseren lieben Postboten, denken, der die Polarlichter auch so "seicht" erlebt hat. Aber gut, ich zog mir trotzdem warme Klamotten an und ging raus, - die Hoffnung stirbt zuletzt. Markus kam zuerst auch mit, aber er war von der doch ganz schön anstrengenden Fahrerrei (3139km in nur 4 Tagen) ganz schön k.o. und müde, und so umwerfend waren die Polarlichter nun auch nicht und ging wieder ins Auto. Ich blieb draußen, schließlich sind wir so hier "hochgeheizt", um die Lichter zu sehen und dann wollte ich mir trotzdem die halt nicht so spektakulären Schwaden ansehen, - und es wurde klasse. Es wurde genau so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die Lichter wurden immer intensiver, deutlicher und heller (grün bis gelb) und waberten zunächst leicht ineinander und wieder voneinander weg, bis sie zu rollen und tanzen schienen. Ich sagte Markus Bescheid und er schaute sich das "Spektakel" vom Auto aus an. Dann war es vorüber und ich dachte, das wäre es gewesen und wollte fast auch wieder ins Auto zurück, als das Leuchten wieder losging. Wieder sagte ich Markus Bescheid und er schaute sich das ganze wieder vom Auto aus an. Das wiederholte sich so dreimal und dann kam er raus, um doch Fotos zu machen. Leider kamen dann keine solch atemberaubende Konstellationen mehr, aber immerhin, wir hätten beide nicht gedacht, dass die Fotos ohne Stativ überhaupt etwas werden. Jetzt ärgere ich mich ein bisschen, dass ich gar nicht erst versucht habe, Fotos zu machen...
Wer weiß, vielleicht haben wir ja heute Abend nochmal so ein Glück (was ich mir kaum zu wünschen wage).